Spotlack ist ein partiell aufgetragener Glanzlack (meist UV-Lack). Er wird nur an ausgewählten Stellen aufgebracht und erzeugt einen Kontrast zwischen glänzender Lackfläche und matter Umgebung. Der Effekt ist sicht- und leicht fühlbar. Spotlack funktioniert am besten auf matt gestrichenen Oberflächen; ungestrichene und strukturierte Papiere sind ungeeignet.
Spotlack ist die eleganteste Möglichkeit, ein Element hervorzuheben, ohne eine zweite Farbe oder ein Metall einzusetzen. Ein Logo, eine Grafik oder ein Muster glänzt, während die restliche Karte matt bleibt – der Effekt wird oft erst beim Kippen im Licht sichtbar. Das macht Spotlack zu einem subtilen, modernen Gestaltungsmittel.
Diese Seite erklärt, wie der Kontrast entsteht, welche Oberflächen zwingend nötig sind, welche Motive funktionieren und wie die Lackfläche in den Druckdaten angelegt wird.
Wie der Effekt entsteht
Spotlack lebt vom Glanzkontrast, nicht von Farbe. Voraussetzung ist deshalb eine matte Grundfläche – erst der Unterschied zwischen matt und glänzend macht den Lack sichtbar. Auf einer ohnehin glänzenden Karte verpufft der Effekt, weil kein Kontrast entsteht.
Der Lack liegt hauchdünn auf und ist leicht fühlbar. Neben dem klassischen Glanzlack gibt es Sonderformen wie Relieflack (dicker aufgetragen, deutlich fühlbar) und Struktur-/Rauhlack (matter, samtiger Griff).
Welche Oberflächen zwingend nötig sind
| Oberfläche | Eignung |
|---|---|
| matt gestrichener Karton | ideal – maximaler Kontrast |
| glänzend gestrichener Karton | ungeeignet – kein Kontrast |
| ungestrichenes Naturpapier | ungeeignet – saugt den Lack ein |
| Kraftpapier | ungeeignet |
| Strukturpapier | ungeeignet – Lack läuft in Vertiefungen |
Das ist der entscheidende Unterschied zu Prägung und Folie, die gerade auf ungestrichenen Papieren glänzen: Spotlack braucht eine geschlossene, glatte, matte Oberfläche. Ohne sie kein sauberes Ergebnis.
Welche Motive funktionieren
- Ideal: Logo, grafisches Muster, ein hervorzuhebendes Wort, ein Bildmotiv auf der Rückseite.
- Gut: Wiederholungsmuster oder ein Verlauf als dezenter Hintergrundeffekt.
- Kritisch: sehr feine Linien und kleine Schrift – die Passgenauigkeit zwischen Druck und Lack hat Toleranzen.
- Beliebt: Spotlack über einer farbigen Fläche, sodass dasselbe Motiv farbig und zusätzlich glänzend erscheint.
Datenanlage
Die Lackfläche wird als eigene Information geliefert:
1. Volltonfarbe anlegen, z. B. `Spotlack`. 2. Die zu lackierenden Bereiche als 100-%-Vollton-Fläche auf einer eigenen, klar benannten Ebene anlegen, auf Überdrucken. 3. Wegen der Passer-Toleranz die Lackfläche nicht auf den Zehntelmillimeter an feine Kanten legen; kleine Überlappung einplanen.
Details zum Datei-Aufbau stehen unter Druckdaten & Upload.
Für wen sich Spotlack eignet
Spotlack passt zu modernen, gestalterisch anspruchsvollen Auftritten, die mit matt gestrichenem Karton arbeiten: Agenturen, Fotografie, Design, Beauty, aber auch klassische Unternehmen, die ihr Logo dezent hervorheben möchten. Wer auf ungestrichenem oder strukturiertem Papier veredeln will, greift stattdessen zu Prägung oder Folie.
Häufige Fragen
Ist Spotlack dasselbe wie eine Laminierung?
Nein. Eine Laminierung (matt oder glänzend) bedeckt die gesamte Karte. Spotlack wird nur partiell aufgetragen und lebt vom Kontrast zur unlackierten Fläche.
Sieht man Spotlack immer?
Nicht frontal bei diffusem Licht – der Effekt zeigt sich vor allem im Streiflicht und beim Kippen. Genau das ist gewünscht: ein Detail, das sich erst bei Bewegung offenbart.
Kann ich Spotlack mit Folie kombinieren?
Ja, technisch möglich, aber auf einer kleinen Visitenkarte schnell zu viel. Meist ist ein Effekt pro Karte die überzeugendere Entscheidung.
