Bei Farbkanten (auch Farbschnitt) wird die Schnittkante der Karte eingefärbt, sodass eine farbige Linie umlaufend sichtbar ist. Der Effekt wirkt nur bei hohen Grammaturen, weil die Kante dann breit genug ist. Er ist ideal, um eine Markenfarbe aufzugreifen, und lässt sich mit jeder anderen Veredelung kombinieren.
Farbkanten setzen genau dort einen Akzent, wo die meisten Karten schlicht weiß sind: an der Schnittkante. Legt man einen Stapel Karten aufeinander, entsteht ein farbiger Block; einzeln überreicht, blitzt beim Zeigen eine farbige Linie auf. Der Effekt ist unaufdringlich und wirkt vor allem über die Papierdicke.
Diese Seite erklärt, wie Farbkanten entstehen, welche Grammatur sie brauchen, wie sie sich vom farbigen Kern unterscheiden und wofür sie sich eignen.
Wie Farbkanten entstehen
Nach dem Zuschnitt der Karten wird die umlaufende Kante des Kartenstapels mit Farbe versehen und versiegelt. Die Farbe sitzt ausschließlich auf der Kante, nicht auf der Vorder- oder Rückseite. Weil der Auftrag den Stapel als Ganzes betrifft, ist eine saubere, gerade Schnittkante Voraussetzung – abgerundete Ecken sind nur eingeschränkt möglich.
Verfügbar ist in der Regel eine breite Farbpalette; auch metallische und neonfarbene Kanten sind möglich. Eine exakte Marken-/Pantone-Farbe sollte vorab abgestimmt werden.
Die Grammatur entscheidet
Farbkanten wirken nur, wenn die Kante breit genug ist:
| Grammatur | Kantenwirkung |
|---|---|
| 300 g/m² | sehr schmal, Effekt kaum erkennbar |
| 400 g/m² | sichtbar, dezent |
| 600 g/m² | breit, klarer Blickfang |
| mehrlagig 800 g/m²+ | markant, Statement-Karte |
Empfehlung: mindestens 400 g/m², für einen deutlichen Effekt eher 600 g/m² oder mehrlagiger Premiumkarton. Auf einer Standardkarte lohnt sich die Veredelung nicht.
Farbkante oder farbiger Kern
Beide Effekte zeigen Farbe an der Kante, entstehen aber unterschiedlich:
| Farbkante (Farbschnitt) | Farbiger Kern | |
|---|---|---|
| Entstehung | Kante wird nachträglich eingefärbt | gefärbte Mittellage im Mehrschichtkarton |
| Farbauswahl | groß, inkl. Metallic/Neon | auf verfügbare Kernpapiere begrenzt |
| Gleichmäßigkeit | sehr gleichmäßig | abhängig vom Karton |
| Position | volle Kantenhöhe | nur die mittlere Lage |
Wer freie Farbwahl braucht, wählt die Farbkante. Wer den zweifarbigen Schichtlook (z. B. weiß-farbig-weiß) möchte, den farbigen Kern. Beides steht im Zusammenhang mit der Materialwahl unter Premiumkarton.
Kombination und Einsatz
Farbkanten lassen sich mit praktisch jeder anderen Veredelung kombinieren, weil sie eine andere Zone der Karte betreffen: Heißfolie auf der Fläche plus farbige Kante, Blindprägung plus Kante, matter Karton plus Neon-Kante. Genau diese Kombinationen ergeben besonders hochwertige Karten.
Typisch ist das Aufgreifen der Hausfarbe: Die Kante trägt die Markenfarbe, die Fläche bleibt schlicht. So wird die Karte ohne bunten Druck sofort einer Marke zuordenbar.
Häufige Fragen
Wird die Farbe auf Dauer abfärben?
Nein. Die Kantenfarbe wird versiegelt und färbt bei normalem Gebrauch nicht ab. Bei starker Reibung an einer einzelnen Stelle kann sie über lange Zeit minimal nachlassen.
Kann ich die Kante in meiner exakten Firmenfarbe bekommen?
In vielen Fällen ja, das sollte aber vorab als Sonderfarbe abgestimmt werden. Bildschirmfarben lassen sich nicht 1:1 auf Kantenfarbe übertragen.
Geht das auch mit runden Ecken?
Nur eingeschränkt. Farbkanten brauchen einen sauberen, geraden Schnitt. Abgerundete Ecken und Farbschnitt sind schwer zu kombinieren – im Zweifel eine Variante wählen.
